In der Predigt mit dem Titel “Glaubst Du schon, oder **kämpfst du noch**?” adressiert Prediger Andreas Scharf eine tiefgreifende Frage, die viele Gläubige umtreibt: Die Spannung zwischen dem Vertrauen auf Gottes vollendetes Werk und dem menschlichen Drang, durch eigene Anstrengung etwas zu erreichen. Andreas Scharf konfrontiert die Zuhörer direkt mit dieser Frage und beleuchtet, warum viele Christen trotz ihres Glaubens oft in einem Zustand des Kampfes leben – sei es gegen Sünde, für Gerechtigkeit, um Segen zu empfangen oder ein bestimmtes Maß an Heiligkeit zu erreichen. Dieser ständige Kampf wird als ein Ringen und Anstrengen beschrieben, das oft zu Erschöpfung, Enttäuschung und dem Gefühl führt, nicht genug zu sein oder nicht gut genug zu handeln.
Der Irrtum des ständigen Kampfes
Prediger Andreas Scharf stellt fest, dass dieser scheinbar unendliche Kampf gegen Sünde, für Gerechtigkeit, um Segen oder um Heiligkeit zu erlangen, oft zu Erschöpfung und Enttäuschung führt. Viele fühlen sich nie gut genug, ein Zustand, der das wahre Wesen des Glaubens verkennt.
Das vollendete Werk Jesu – Die Grundlage des Glaubens
Andreas Scharf argumentiert überzeugend, dass dieses permanente Ringen ein fundamentales Missverständnis des Glaubens offenbart. Der Kern des Evangeliums ist die frohe Botschaft, dass Jesus Christus am Kreuz alles Notwendige bereits vollbracht hat. Erlösung, Gerechtigkeit vor Gott und Zugang zu seinen Segnungen sind Geschenke, die wir durch Glauben empfangen, nicht durch eigene Werke. Als fundamentale Bibelstelle zitiert Scharf Römer 3,23-24 (Schlachter 2000): “Denn alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren und werden ohne Verdienst gerechtfertigt durch seine Gnade, aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist.” Dies unterstreicht die universelle Sündhaftigkeit und die alleinige Rechtfertigung durch Gottes Gnade. Weiterhin betont er, dass der Mensch durch Glauben gerechtfertigt wird, ohne Werke des Gesetzes, und verweist auf Römer 3,28 (Schlachter 2000).
Abrahams Beispiel – Glaube statt Werke
Das “Kämpfen” im spirituellen Sinne ist oft ein Versuch, Gottes Gunst durch eigene Leistung zu verdienen – ein direkter Widerspruch zur Gnade. Prediger Andreas Scharf verdeutlicht dies am Beispiel Abrahams: “Römer 4,3 (Schlachter 2000) sagt: ‘Abraham aber glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.’ Seine Gerechtigkeit basierte auf seinem Glauben, nicht auf seinen Taten. Dies wird in Römer 4,4-5 (Schlachter 2000) weiter ausgeführt: ‘Dem aber, der Werke tut, wird der Lohn nicht nach Gnade, sondern nach Schuldigkeit zugerechnet. Dem aber, der nicht Werke tut, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, dem wird sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet.'”
Die Konsequenzen des Gesetzlichen Kampfes
Ein fortgesetztes Kämpfen und Anstrengen kann die Wirksamkeit von Jesu Werk am Kreuz untergraben. Wenn Jesus alles getan hat, um uns mit Gott zu versöhnen und uns Gerechtigkeit zu schenken, warum sollten wir dann noch dafür kämpfen? Galater 2,16 (Schlachter 2000) macht dies deutlich: “Da wir aber wissen, dass der Mensch nicht aus Werken des Gesetzes gerechtfertigt wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, so haben auch wir an Christus Jesus geglaubt, damit wir aus Glauben an Christus gerechtfertigt werden und nicht aus Werken des Gesetzes; denn aus Werken des Gesetzes wird kein Fleisch gerechtfertigt werden.” Dieser Kampf führt zu innerer Unruhe, Angst und Selbstverurteilung, während ein Leben aus dem Glauben Frieden und Vertrauen in Gottes Liebe bringt.
Friede und Ruhe in Christus
Prediger Andreas Scharf betont die tiefgreifenden psychologischen und spirituellen Auswirkungen dieses Ringens. Während der Kampf zu Unruhe und Versagen führt, schenkt das Leben aus dem Glauben tiefen Frieden und Vertrauen. Dies bestätigt Römer 5,1 (Schlachter 2000): “Da wir nun aus Glauben gerechtfertigt sind, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.” Dieser Friede ist eine direkte Folge der Rechtfertigung durch Glauben. Weiterhin wird durch diesen Glauben der Zugang zur Gnade Gottes gewährt, wie in Römer 5,2 (Schlachter 2000) erläutert: “durch ihn haben wir auch den Zugang durch den Glauben zu dieser Gnade bekommen, in der wir stehen, und wir rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes.”
Der Übergang zur Sabbatruhe
Andreas Scharf fordert die Zuhörer auf, von einem Leben des Kampfes zu einem Leben des Glaubens und der Ruhe in Gott überzugehen. Dies ist kein passives Nichts-Tun, sondern ein Handeln aus der Gewissheit dessen, was Gott bereits getan hat. Es ist ein “Glaubenskampf”, bei dem der eigentliche Kampf darin besteht, an Gottes Verheißungen festzuhalten. Hebräer 4,9-11 (Schlachter 2000) ruft uns auf: “Es bleibt also noch eine Sabbatruhe übrig für das Volk Gottes. Denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ruht auch selbst von seinen Werken, so wie Gott von seinen eigenen. Lasst uns nun eifrig bemüht sein, in jene Ruhe einzugehen, damit nicht jemand als gleiches Beispiel des Ungehorsams falle.”
Lebe aus der empfangenen Gnade
Zusammenfassend erklärt Prediger Andreas Scharf, dass das Leben eines Gläubigen keine endlose Schlacht ist, um Gottes Liebe zu verdienen. Es ist vielmehr ein Leben, in dem die bereits empfangene Liebe und Gnade Gottes anerkannt und daraus geschöpft wird. Die Herausforderung besteht darin, unsere menschliche Tendenz zum Anstrengen abzulegen und stattdessen voll und ganz auf Jesus und sein vollendetes Werk zu vertrauen. Beantworte ehrlich die Frage: “Glaubst Du schon, oder **kämpfst du noch**?” und entscheide dich bewusst für ein Leben aus dem Glauben – ein Leben, das wahre Freiheit, Ruhe und tiefen Frieden in Christus bringt, und nicht durch eigene Anstrengung zu versuchen, etwas hinzuzufügen, was bereits vollkommen ist.
Bibelstellen:
Römer 3,23-24 | Römer 3,28 | Römer 4,3 | Römer 4,4-5 | Römer 5,1 | Römer 5,2 | Galater 2,16 | Hebräer 4,9-11
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