In der Predigt “Eigenverantwortung vor der rettenden Information” betont Prediger Viktor Löwen die entscheidende Rolle der persönlichen Eigenverantwortung und Vorbereitung im Hinblick auf die Annahme der rettenden Botschaft des Evangeliums. Er legt dar, dass es nicht allein auf das Hören der Information ankommt, sondern darauf, wie der Mensch diese aufnimmt und darauf reagiert. Die Predigt beginnt mit der These, dass viele Menschen die rettende Botschaft nicht empfangen, weil ihnen eine fundamentale Eigenverantwortung fehlt.
Die Bedeutung von Hören und Handeln
Viktor Löwen erklärt, dass das bloße Hören allein nicht ausreicht. Er verweist auf Römer 10,14-15 (Schlachter 2000): “Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne einen Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wenn sie nicht gesandt werden? Wie geschrieben steht: Wie lieblich sind die Füße derer, die Frieden verkündigen, die Gutes verkündigen!” Hieraus leitet er ab, dass die Information, also die Predigt, essenziell ist. Doch er stellt die Frage, ob das Hören dieser Information automatisch zur Annahme führt. Die Antwort ist ein klares Nein, denn die Eigenverantwortung des Hörers ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. Löwen betont, dass die Qualität des Bodens, auf den der Same fällt, genauso wichtig ist wie der Same selbst und der Sämann.
Biblische Beispiele für gelebte Eigenverantwortung
Cornelius: Ein Herz, das Gott sucht
Als ein zentrales Beispiel für Eigenverantwortung vor dem Hören der rettenden Botschaft führt Prediger Viktor Löwen die Geschichte von Cornelius aus Apostelgeschichte 10 (Schlachter 2000) an. Cornelius war ein römischer Hauptmann, der Gott fürchtete, betete und Almosen gab, obwohl er noch nichts über Jesus Christus wusste. Sein Herz war bereits vorbereitet. Er war nicht passiv, sondern aktiv auf der Suche nach Gott. Löwen hebt hervor, dass Gott dieses aktive Suchen und die Frömmigkeit des Cornelius sah und ihm daraufhin Petrus sandte, um ihm die rettende Botschaft zu verkünden. In Apostelgeschichte 10,4 (Schlachter 2000) wird gesagt, dass seine Gebete und Almosen vor Gott gekommen sind. Dies sei ein Beweis dafür, dass Gott das Streben nach ihm würdigt, noch bevor die vollständige rettende Information empfangen wird. Cornelius’ Eigenverantwortung in seinem Glaubensleben – Gebet, Almosen, Gottesfurcht – schuf eine Empfänglichkeit, die es Gott ermöglichte, ihn zu erreichen. Als Petrus dann kam, war Cornelius bereit zu hören und zu handeln. Die ganze Hausgemeinschaft empfing den Heiligen Geist, noch bevor Petrus seine Predigt beendet hatte (Apostelgeschichte 10,44 – Schlachter 2000). Dies unterstreicht, dass die Vorbereitung des Herzens oft das entscheidende Element ist.
Lydia: Offenheit durch Gottesfurcht
Ein weiteres Beispiel für die Wichtigkeit der Eigenverantwortung ist die Geschichte von Lydia aus Apostelgeschichte 16,14 (Schlachter 2000). Sie war eine Purpurhändlerin aus Thyatira, die Gott verehrte. Als Paulus predigte, öffnete der Herr ihr das Herz, sodass sie auf das achtete, was von Paulus geredet wurde. Viktor Löwen deutet dies so, dass Lydia bereits eine gottesfürchtige Frau war, die aktiv nach geistlicher Nahrung suchte. Ihre Eigenverantwortung zeigte sich in ihrer Gottesverehrung und ihrer Offenheit. Sie war keine Ungläubige im herkömmlichen Sinne, sondern eine Suchende, die bereits auf dem Weg war. Der Herr “öffnete ihr das Herz”, was nicht bedeutet, dass sie passiv war, sondern dass Gott ihre bereits vorhandene Herzenshaltung und ihr Streben belohnte und vertiefte.
Die Parabel vom Sämann: Bereite dein Herz
Prediger Löwen spricht auch die Parabel vom Sämann aus Lukas 8,5-15 (Schlachter 2000) an, in der der Samen (das Wort Gottes) auf verschiedene Arten von Boden fällt. Er macht deutlich, dass die Qualität des Bodens die Empfänglichkeit für den Samen repräsentiert. Der Weg, der steinige Boden und der Dornenboden symbolisieren Herzen, die nicht bereit sind, das Wort aufzunehmen oder es festzuhalten. Der gute Boden hingegen steht für Herzen, die das Wort hören, es festhalten und Frucht bringen. Hier ist die Eigenverantwortung des Menschen gefragt, sein Herz zu bereiten, um ein “guter Boden” zu sein. Es geht darum, Hindernisse zu beseitigen – wie Stolz, Sorgen, Reichtum oder weltliche Vergnügungen – die die Aufnahme des Wortes Gottes verhindern könnten.
Buße und Umkehr: Die aktive Entscheidung
Ein zentraler Aspekt der Eigenverantwortung, den Viktor Löwen hervorhebt, ist die Bereitschaft zur Umkehr und Buße. Er zitiert Lukas 13,3 (Schlachter 2000), wo Jesus sagt: “Wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle gleichermaßen umkommen.” Die Botschaft ist klar: Ohne Umkehr ist die rettende Information wirkungslos. Buße ist die aktive Entscheidung, sich von der Sünde abzuwenden und sich Gott zuzuwenden. Dies ist keine passive Haltung, sondern eine aktive Verpflichtung, die das Fundament für die Annahme des Evangeliums legt. Der Prediger argumentiert, dass viele Menschen die rettende Botschaft hören, aber nicht bereit sind, die notwendige Lebensänderung vorzunehmen, die mit der Buße einhergeht. Sie wollen die Vorteile des Glaubens, aber nicht die Verantwortung, ihr Leben nach Gottes Willen auszurichten.
Zachäus: Von der Neugier zur Rettung durch Handeln
Viktor Löwen erwähnt auch Lukas 19,8 (Schlachter 2000), die Geschichte von Zachäus. Zachäus war ein Zöllner, der, als Jesus in seine Stadt kam, auf einen Baum kletterte, um ihn zu sehen. Er war neugierig und suchte Jesus. Als Jesus ihn sah und in sein Haus einkehrte, zeigte Zachäus sofort Eigenverantwortung: Er versprach, die Hälfte seines Besitzes den Armen zu geben und, wenn er jemanden betrogen hatte, es vierfach zurückzuzahlen. Jesus reagierte darauf mit den Worten: “Heute ist diesem Haus Heil widerfahren” (Lukas 19,9 – Schlachter 2000). Hier sieht man, wie das Suchen (Neugier, Aufwand) und die sofortige, eigenverantwortliche Reaktion (Umkehr, Wiedergutmachung) zur Rettung führen. Zachäus’ Handlung war die Frucht eines bereits empfänglichen Herzens, das sofort auf die Begegnung mit Jesus reagierte.
Glaube und Werke: Die menschliche Antwort
Prediger Löwen weist darauf hin, dass die Menschen oft dazu neigen, Gott die alleinige Verantwortung für ihre Erlösung zuzuschreiben und ihre eigene Rolle zu vernachlässigen. Während es stimmt, dass die Erlösung ein Geschenk Gottes durch Gnade ist, erwartet Gott dennoch eine Reaktion des Glaubens und der Eigenverantwortung. Er zitiert Jakobus 2,17 (Schlachter 2000): “So ist auch der Glaube, wenn er keine Werke hat, für sich allein tot.” Dies bedeutet nicht, dass Werke retten, sondern dass wahrer Glaube sich in Taten der Eigenverantwortung und des Gehorsams manifestiert. Die Bereitschaft zu handeln, zu gehorchen, Buße zu tun und nach Gott zu suchen, ist die menschliche Seite der Gleichung.
Fazit: Aktive Vorbereitung durch Eigenverantwortung
Abschließend fasst Viktor Löwen zusammen, dass die Eigenverantwortung vor der rettenden Information die Bereitschaft zur Buße, das Suchen nach Gott, die Offenheit des Herzens und das Handeln nach dem, was man bereits erkannt hat, umfasst. Es geht darum, den “Boden” des Herzens zu bereiten, damit der Same des Evangeliums Wurzeln schlagen und Frucht bringen kann. Die Predigt schließt mit dem Aufruf, diese Eigenverantwortung ernst zu nehmen und nicht passiv auf die rettende Information zu warten, sondern sich aktiv darauf vorzubereiten und darauf zu reagieren. Die Gnade Gottes ist für alle da, aber sie erfordert ein empfängliches und verantwortungsvolles Herz, um voll und ganz wirksam zu werden.
Bibelstellen:
Lukas 8,5-15 | Lukas 13,3 | Lukas 19,8 | Lukas 19,9 | Apostelgeschichte 10 | Apostelgeschichte 10,4 | Apostelgeschichte 10,44 | Apostelgeschichte 16,14 | Römer 10,14-15 | Jakobus 2,17
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