In der Predigt Wahlempfehlung für Christen spricht Prediger Andreas Scharf über die entscheidende Frage, wie Gläubige ihre politische Verantwortung im Angesicht bevorstehender Wahlen wahrnehmen sollen. Er adressiert die oft herrschende Verwirrung und Apathie im politischen Spektrum vieler Christen und stellt klar, dass es keine explizite „christliche Partei“ gibt, die alle biblischen Prinzipien perfekt abbildet. Stattdessen ruft er dazu auf, politische Entscheidungen konsequent auf der Grundlage von Gottes Wort zu treffen und die allumfassende Souveränität Gottes über alle irdischen Angelegenheiten anzuerkennen.
Andreas Scharf betont, dass die ultimative Wahlempfehlung für Christen eine fundierte Entscheidung auf biblischer Basis sein muss, nicht eine blinde Parteizugehörigkeit.
Gottes Souveränität und unsere Identität
Andreas Scharf beginnt seine Ausführungen mit dem kraftvollen Vers aus Psalm 33,12 (Schlachter 2000): „Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, dem Volk, das er sich zum Erbe erwählt hat!“ Er unterstreicht, dass wahrer Segen und Gedeihen für eine Nation nur von der Anerkennung und Anbetung des Herrn als ihres Gottes kommt. Unabhängig davon, wer an der Macht ist oder wie Wahlen ausgehen mögen, besitzt Gott die höchste Autorität über alle Regierungen. Zur Untermauerung dieser göttlichen Souveränität führt er Psalm 75,7-8 (Schlachter 2000) an: „Denn nicht vom Aufgang noch vom Niedergang, auch nicht von der Wüste kommt die Erhöhung. Sondern Gott ist Richter; den einen erniedrigt er, den andern erhöht er.“ sowie Daniel 2,21 (Schlachter 2000): „Er ändert Zeiten und Fristen, setzt Könige ab und setzt Könige ein; er gibt den Weisen Weisheit und den Verständigen Verstand.“ Diese Bibelstellen verdeutlichen, dass letztlich Gott die Geschicke der Nationen lenkt und ihre Oberhäupter einsetzt.
Gleichzeitig erinnert Andreas Scharf die Zuhörer an ihre primäre Identität als Christen. Er zitiert Philipper 3,20 (Schlachter 2000): „Denn unser Bürgerrecht ist im Himmel, woher wir auch den Retter erwarten, den Herrn Jesus Christus.“ Dies bedeutet jedoch keineswegs, dass Christen passiv oder gleichgültig gegenüber irdischen Angelegenheiten sein sollten. Vielmehr sind sie „Gesandte an Christi statt“, wie es in 2. Korinther 5,20 (Schlachter 2000) heißt: „So sind wir nun Gesandte an Christi statt, indem Gott selbst durch uns ermahnt; wir bitten an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!“ Ihre Loyalität gilt zuallererst Gott, nicht einer politischen Partei oder Nation, doch als Gesandte haben sie die Aufgabe, Gottes Prinzipien in der Welt zu vertreten.
Christen und die weltliche Obrigkeit
Die Regierung selbst ist nach biblischem Verständnis von Gott eingesetzt. Andreas Scharf verweist auf Römer 13,1 (Schlachter 2000): „Jeder ordne sich den Obrigkeiten unter, die über ihn gesetzt sind; denn es gibt keine Obrigkeit, die nicht von Gott wäre; die bestehenden Obrigkeiten aber sind von Gott eingesetzt.“ Er erklärt, dass dies die Institution der Regierung meint, die dazu berufen ist, Gerechtigkeit zu üben, das Böse zu bestrafen und das Gute zu fördern. Dies wird in Römer 13,3-4 (Schlachter 2000) präzisiert: „Denn die Herrscher sind nicht ein Schrecken für gute, sondern für böse Werke. Willst du dich aber vor der Obrigkeit nicht fürchten, so tue das Gute, so wirst du Lob von ihr empfangen; denn sie ist Gottes Dienerin, dir zum Guten. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; denn sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zum Zorn über den, der Böses tut.“ Wenn Christen in einer Demokratie die Möglichkeit haben, ihre Regierenden zu wählen, wird das Wählen zu einer Verantwortung, um jene zu unterstützen, die am ehesten Gottes Vorstellung von Gerechtigkeit und Ordnung umsetzen. Das Gebet für die Machthaber ist ebenfalls eine biblische Anweisung, wie in 1. Timotheus 2,1-4 (Schlachter 2000) deutlich wird: „So ermahne ich nun vor allen Dingen, dass Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Gottesfurcht und Ehrbarkeit. Denn dies ist gut und angenehm vor Gott, unserem Retter, welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ Das Ziel ist hier nicht nur ein ruhiges Leben, sondern auch die Verbreitung des Evangeliums, wofür ein förderliches politisches Umfeld hilfreich ist.
Biblische Prinzipien für die Wahlentscheidung
Prediger Andreas Scharf gibt keine Wahlempfehlung für eine bestimmte Partei ab, sondern stellt sechs biblische Prinzipien vor, anhand derer Christen Parteien und Kandidaten bewerten sollen:
1. Der Schutz des Lebens
Von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod. Abtreibung und Euthanasie stehen im Widerspruch zur biblischen Lehre, da Gott das Leben im Mutterleib als unendlich wertvoll erachtet. Andreas Scharf zitiert Psalm 139,13-16 (Schlachter 2000), der Gottes schöpferisches Wirken im Mutterleib preist: „Denn du hast meine Nieren gebildet, du hast mich gewoben im Schoß meiner Mutter. Ich danke dir dafür, dass ich erstaunlich und wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke, das erkennt meine Seele wohl. Mein Gebein war nicht verhüllt vor dir, als ich im Verborgenen gemacht wurde, kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde. Deine Augen sahen, wie ich unvollendet war, und in dein Buch waren sie alle eingeschrieben, die Tage, die gebildet wurden, als noch keiner von ihnen da war.“ Eine Partei, die Abtreibung oder Euthanasie fördert, kann von einem Christen nicht unterstützt werden. Im Zusammenhang mit dem Wert des ungeborenen Lebens verweist er auch auf die alttestamentlichen Gesetze in 2. Mose 21,22-25 (Schlachter 2000), die den Schutz des ungeborenen Kindes im Falle einer Verletzung der schwangeren Frau betonen und darauf hindeuten, dass das Leben des Fötus als gleichwertig mit dem der Mutter angesehen wird.
2. Der Schutz der Ehe und Familie
Die Ehe ist biblisch als Bund zwischen einem Mann und einer Frau definiert. Andreas Scharf führt 1. Mose 2,24 (Schlachter 2000) an: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein.“ und Matthäus 19,4-6 (Schlachter 2000): „Er aber antwortete und sprach: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer sie von Anfang an als Mann und Frau schuf und sprach: »Darum wird ein Mann den Vater und die Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein«? So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!“ Jede Umdefinition der Ehe oder Angriffe auf die traditionelle Familienstruktur, insbesondere durch staatliche Indoktrination in Schulen (Frühsexualisierung, Gender-Ideologie), sollten abgelehnt werden. Die biblische Rolle der Eltern bei der Erziehung, wie in 5. Mose 6,6-7 (Schlachter 2000) („Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen. Und du sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder auf dem Weg gehst, wenn du dich niederlegst oder aufstehst.“) und Epheser 6,4 (Schlachter 2000) („Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie auf in der Zucht und Ermahnung des Herrn.“), muss geschützt werden.
3. Der Schutz der Gewissens- und Religionsfreiheit
Christen sollten Parteien unterstützen, die das Recht auf freie Religionsausübung und Gewissensfreiheit verteidigen. Dies beinhaltet die Freiheit, das Evangelium zu verkünden und den Glauben ohne Diskriminierung zu leben. Andreas Scharf zitiert Apostelgeschichte 5,29 (Schlachter 2000): „Petrus aber und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!“, um zu betonen, dass im Falle eines Konflikts zwischen staatlichem und göttlichem Gesetz, Gott die höhere Autorität ist.
4. Umgang mit Sünde und Recht/Gerechtigkeit
Eine Gesellschaft, die Sünde legalisiert oder gar feiert, wird Schaden nehmen. Sprüche 14,34 (Schlachter 2000) besagt: „Gerechtigkeit erhöht ein Volk; aber die Sünde ist der Völker Verderben.“ Andreas Scharf warnt vor einer Umkehrung moralischer Werte, wie in Jesaja 5,20 (Schlachter 2000) beschrieben: „Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die Bitteres zu Süßem und Süßes zu Bitterem machen!“ Christen sollen Kandidaten bevorzugen, die sich für Gerechtigkeit nach biblischem Standard einsetzen und nicht für die Normalisierung von Dingen, die Gott als Sünde bezeichnet.
5. Umgang mit Israel
Die biblische Bedeutung Israels als auserwähltes Volk Gottes ist von großer Relevanz. Andreas Scharf verweist auf 1. Mose 12,3 (Schlachter 2000): „Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.“ Christen sollten die Haltung von Parteien und Kandidaten gegenüber Israel berücksichtigen, da der Segen Gottes oft mit der Unterstützung Israels verbunden ist.
6. Wirtschaft und Soziales
Biblische Prinzipien wie harte Arbeit, persönliche Verantwortung, Großzügigkeit und Barmherzigkeit gegenüber den Armen sollten die Grundlage der Wirtschaftspolitik bilden. Er zitiert 2. Thessalonicher 3,10 (Schlachter 2000): „Denn auch, als wir bei euch waren, geboten wir euch dies: Wenn jemand nicht arbeiten will, soll er auch nicht essen!“, um die Bedeutung von Arbeitsmoral zu unterstreichen. Gleichzeitig soll der Staat eine weise Barmherzigkeit zeigen, wie sie in Sprüche 28,27 (Schlachter 2000) zum Ausdruck kommt: „Wer dem Armen gibt, wird keinen Mangel leiden; wer aber seine Augen verschließt, wird viele Flüche empfangen.“ Übermäßige sozialistische Politik, die Eigeninitiative untergräbt oder Abhängigkeiten schafft, sollte hinterfragt werden.
Fazit und Ermutigung zur Partizipation
Andreas Scharf betont abschließend, dass es keine perfekte Partei geben wird und Christen oft die „am wenigsten schlechte“ Option wählen müssen. Er erinnert daran, dass die ultimative Hoffnung nicht in irdischen Regierungen, sondern in der Wiederkunft Christi und seinem Reich liegt, wie in Offenbarung 11,15 (Schlachter 2000) verheißen: „Und der siebte Engel posaunte; und es geschahen laute Stimmen im Himmel, die sprachen: Das Reich der Welt ist unserem Herrn und seinem Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit!“ Diese Perspektive schützt vor Enttäuschung und fehlgeleiteter Hoffnung.
Abschließend ermutigt der Prediger dazu, nicht apathisch zu sein, sondern als „Salz der Erde und Licht der Welt“ (Matthäus 5,13-16, Schlachter 2000) aktiv am politischen Prozess teilzunehmen. Er rät dazu, Parteiprogramme und Kandidaten genau zu prüfen, mit anderen Gläubigen zu sprechen und vor allem viel zu beten (1. Timotheus 2,1-4, Schlachter 2000), um göttliche Weisheit für die Entscheidung zu erhalten. Die finale Wahlempfehlung für jeden Christen ist die uneingeschränkte Hingabe an Jesus Christus.
Bibelstellen:
1. Mose 2,24 | 1. Mose 12,3 | 2. Mose 21,22-25 | 5. Mose 6,6-7 | Psalm 33,12 | Psalm 75,7-8 | Psalm 139,13-16 | Sprüche 14,34 | Sprüche 28,27 | Jesaja 5,20 | Daniel 2,21 | Matthäus 5,13-16 | Matthäus 19,4-6 | Apostelgeschichte 5,29 | Römer 13,1 | Römer 13,3-4 | 2. Korinther 5,20 | Epheser 6,4 | Philipper 3,20 | 2. Thessalonicher 3,10 | 1. Timotheus 2,1-4 | Offenbarung 11,15
Thementage
Wir veranstalten ein bis zweimal im Jahr unsere Thementage bei dem jeweils zwei Brüder an einem Sonntag zu einem bestimmten Thema eine Kurzpredigt halten.
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Die Frauen unserer Gemeinde treffen sich alle paar Monate zu einem gemeinsamen Frühstück mit einem besonderen Vortrag im Anschluss.
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