Auserwählt, geheiligt und geliebt: Mit diesen drei Zusagen aus Kolosser 3,12 fragt Benjamin Christian danach, wie die neue Identität in Jesus Christus unser Herz prägt. Was würden wir zuerst antworten, wenn uns jemand fragt, wer wir sind? Und stimmt das Bekenntnis, ein Kind Gottes zu sein, mit dem überein, was uns innerlich beschäftigt? Der Beitrag zur Reihe „Thementag Identität“ verbindet die geschenkte Stellung vor Gott mit konkreten Fragen an Gedanken, Gefühle und Alltag.
Was den ersten Platz im Herzen einnimmt
Beruflicher Erfolg, sportliche Leistungen, gutes Aussehen und gesellschaftliches Ansehen können zu Antworten auf die Frage nach der eigenen Identität werden. Benjamin Christian fragt deshalb, was den ersten Platz im Herzen hat. Es genügt nicht, die richtige christliche Antwort zu kennen. Entscheidend ist, ob die Zugehörigkeit zu Gott das eigene Selbstverständnis tatsächlich prägt oder ob andere Dinge die innere Mitte bestimmen.
Die Worte Jesu in Matthäus 12,33-34 verbinden das Herz mit dem, was ein Mensch sagt. Was uns erfüllt, kommt auch in unseren Reaktionen zum Vorschein. Die Predigt verdeutlicht dies an alltäglichen Beispielen: Wer um einen geliebten Besitz fürchtet, kann schon bei einer kleinen Berührung heftig reagieren. Benjamin Christian erinnert sich an eine Jacke, die ihm als Jugendlichem wichtig war. Die Reaktion zeigte, welchen Stellenwert sie für ihn bekommen hatte.
Matthäus 6,19-21 richtet den Blick auf die Schätze, an denen das Herz hängt. Besitz, Geld, Anerkennung oder eine bestimmte Person können unsere Aufmerksamkeit so stark beanspruchen, dass die empfangene Identität als Kind Gottes in den Hintergrund rückt. Die Predigt lädt dazu ein, die eigenen Schätze ehrlich anzusehen und zu fragen, was sie über die Ausrichtung des Herzens erkennen lassen.
Auserwählt: Eine Wahrheit, die im Herzen Wurzeln schlagen soll
Aus Kolosser 3,12 greift Benjamin Christian zunächst die Zusage der Auserwählung heraus. Auch 1. Thessalonicher 1,4 spricht die Gläubigen als von Gott geliebte und erwählte Menschen an. Diese Worte sind für ihn mehr als eine theologische Bezeichnung. Sie sollen persönlich angenommen werden und Einfluss darauf gewinnen, wie wir denken, empfinden und durch unseren Alltag gehen.
Zur Erklärung liest er Römer 8,28-34. Der Abschnitt führt von Gottes vorherigem Erkennen über Berufung und Rechtfertigung zu der Gewissheit, dass Christus für die Seinen eintritt. Benjamin Christian erläutert Auserwählung ausdrücklich mit Gottes Vorherwissen: Gott ist nicht wie wir an Raum und Zeit gebunden. Er wusste bereits, dass ein Mensch zu Christus kommen und sich bekehren würde. In diesem Zusammenhang spricht der Prediger davon, von Gott gesehen und erwählt zu sein.
Der Vergleich mit einer Mannschaftswahl im Sport macht deutlich, dass Gottes Zusage eine andere Tragweite besitzt als menschliche Auswahl. Die anschließenden Fragen richten sich an das Herz: Glaube ich dieser Wahrheit? Hat sie in mir Wurzeln geschlagen? Und wie gehe ich mit dem um, was ich erkannt habe? Verantwortung zeigt sich auch in der Schule, am Arbeitsplatz und im Umgang mit anderen Menschen. Dort wird sichtbar, was die Botschaft des Evangeliums für das eigene Leben bedeutet.
Geheiligt: Durch Christus eine neue Stellung empfangen
Der zweite Schwerpunkt knüpft an die vorherige Predigt der Reihe an. Geheiligt zu sein bedeutet, durch Christus ausgesondert zu sein. Benjamin Christian beschreibt die frühere und die neue Identität als einen grundlegenden Wechsel. Die Zugehörigkeit zu Gott wird dem Menschen geschenkt. Er kann sie weder kaufen noch durch eigene Leistungen verdienen. Um Vergebung anzunehmen, muss er jedoch seinen Stolz beiseitelegen, die eigene Schuld anerkennen und mit einem bußfertigen Herzen zu Jesus kommen.
Die dazu gelesenen Verse aus Apostelgeschichte 26,15-18 beschreiben den Auftrag des auferstandenen Jesus an Paulus. Menschen sollen aus der Finsternis zum Licht und aus der Herrschaft Satans zu Gott umkehren, Vergebung empfangen und zu denen gehören, die durch den Glauben an Christus geheiligt sind. Die Predigt stellt diesen Wechsel als Wirklichkeit dar, die über das momentane Empfinden hinausgeht. Wiedergeburt und Bekehrung schenken eine neue Identität.
Wie diese Stellung das Herz berührt, veranschaulicht Benjamin Christian mit Staub auf einer weißen Schreibtischlampe. Auch kleine Partikel werden auf einer hellen Oberfläche sichtbar. Übertragen auf das geistliche Leben fragt er, was wir bei uns selbst durchgehen lassen. Werden Gedanken oder Verhaltensweisen verharmlost, weil andere es ebenso machen oder weil Vergebung scheinbar jederzeit verfügbar ist? Das Bild fordert zu Aufmerksamkeit auf dem Weg der Heiligung heraus.
Geliebt: Gottes Zuspruch soll den inneren Kern erreichen
Die dritte Zusage lautet, von Gott geliebt zu sein. Benjamin Christian spricht von Gottes Liebe zu Menschen und davon, dass Gott den Glaubenden durch Christus ansieht. Wieder bleibt er nicht bei einer Aussage stehen, die lediglich als richtig anerkannt wird. Er fragt, ob diese Liebe das Herz erreicht und in der Praxis Bedeutung gewinnt. Wer sich geliebt weiß, darf prüfen, worauf sein Herz ausgerichtet ist und wodurch es abgelenkt werden könnte.
Die drei Zusagen gehören zusammen: Auserwählt, geheiligt und geliebt beschreibt die Stellung, die Christus schenkt. Diese Wahrheit soll sich im inneren Leben auswirken. Sie tritt in Beziehung zu den eigenen Wünschen, Unsicherheiten und Gedanken. Die Predigt hält deshalb immer wieder inne, damit die Zuhörenden die Zusagen auf sich beziehen und ihre bisherige Ausrichtung daran prüfen können.
Das neue Gewand im Alltag tragen
Kolosser 3,12 verbindet die empfangene Identität mit dem Bild des Anziehens. Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut und Geduld sollen das Verhalten prägen. Benjamin Christian fragt, welches geistliche Gewand wir tragen und ob es während der Woche wieder abgelegt wird. Worte, die wir sagen, und Entscheidungen im Alltag können zeigen, ob wir entsprechend unserer neuen Identität leben.
Zum Schluss erinnert er sich an sportliche Urkunden, die früher sichtbar in seinem Zimmer hingen. Sie konnten zeigen, was er geleistet hatte und worüber er sich definierte. An die Stelle solcher Auszeichnungen können viele andere Dinge treten, die unser Herz beschäftigen. Mit Sprüche 4,23 ruft die Predigt dazu auf, das Herz aufmerksam zu behüten. Die geschenkte Identität in Christus soll darin Raum gewinnen und von dort das Leben prägen.
Bibelstellen
Matthäus 12,33-34 | Matthäus 6,19-21 | Kolosser 3,12 | 1. Thessalonicher 1,4 | Römer 8,28-34 | Apostelgeschichte 26,15-18 | Sprüche 4,23
Thementage
Wir veranstalten ein bis zweimal im Jahr unsere Thementage bei dem jeweils zwei Brüder an einem Sonntag zu einem bestimmten Thema eine Kurzpredigt halten.
13 PredigtenFrauenfrühstück
Die Frauen unserer Gemeinde treffen sich alle paar Monate zu einem gemeinsamen Frühstück mit einem besonderen Vortrag im Anschluss.
1 Predigt1. Petrus Brief
2 PredigtenJakobusbrief
2 PredigtenEpheser Brief
1 PredigtNikodemus
4 PredigtenThementag Identität
3 Predigten