Identität in Jesus Christus: Der Leib Christi

Andreas Langer eröffnet den Thementag “Identität” mit einer Predigt, die sich der Frage “Wer bin ich?” widmet. Er betont, dass wahre Identität nicht in eigenen Gedanken oder der Meinung anderer liegt, sondern in Gottes Sicht auf uns, gefunden in Jesus Christus und dem “Buch der Bücher”. Er leitet zur Betrachtung des 1. Korintherbriefs über und beschreibt die Gemeinde in Korinth als lieblos, von sexuellen Ausschweifungen und Hierarchien geprägt, was seine eigene anfängliche Unsicherheit als Prediger vor einer vermeintlich “reiferen” Gemeinde verdeutlicht. Langer stellt verschiedene biblische Bilder für Jesus und seine Gemeinde vor, darunter Licht und Fackel, Wurzel und Ölbaum, Weinstock und Reben, sowie Braut und Bräutigam, um die tiefe Verbundenheit zu illustrieren.

Der Prediger definiert “Gemeinde” (Ekklesia) nicht als Gebäude oder hierarchische Organisation, sondern als einen geistlichen Körper, dessen Haupt Jesus Christus selbst ist. Er hebt hervor, dass die Gemeinde eine Ansammlung von Menschen ist, die Gott in seinen Dienst ruft, und listet zahlreiche, oft unsichtbare Dienste innerhalb einer Ortsgemeinde auf – vom Putzdienst über musikalische Gestaltung bis hin zu Seelsorge und Gebet. Langer betont, dass Christus das Haupt der weltweiten Gemeinde ist und dass unsere Gaben und Fähigkeiten von ihm stammen. Der Besuch der Gemeinde ist somit nicht nur ein Treffen von Menschen, sondern ein Eintreten in Gottes heilige Gegenwart, eine Realität, derer man sich stets bewusst sein sollte.

Im Zentrum der Predigt steht die Auslegung von 1. Korinther 12,12-27, die das Bild des Leibes mit vielen Gliedern verwendet, um die Einheit und Vielfalt der Gemeinde zu verdeutlichen. Andreas Langer erläutert, dass alle Gläubigen durch einen Geist zu einem Leib getauft sind, unabhängig von Herkunft oder Status. Er kritisiert die Babytaufe und plädiert für die Glaubenstaufe als öffentliches Bekenntnis nach Sündenerkenntnis, Bekehrung und geistlicher Wiedergeburt. Er warnt vor Hochmut und Minderwertigkeitsgefühlen innerhalb der Gemeinde und unterstreicht, dass jedes Glied, ob sichtbar oder unsichtbar, von Gott gebraucht wird. Abschließend mahnt er zur Bewahrung der Einheit im Geist durch Demut, Sanftmut, Geduld und Liebe, betont jedoch, dass diese Liebe immer in Wahrheit geschehen muss, ohne das Evangelium zu verfälschen. Die Beziehung zu Gott (vertikal) und zu den Geschwistern (horizontal) bildet ein Kreuz, das im Zentrum des christlichen Lebens steht.

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