Erweckung in Deutschland: Ursachen des Ausbleibens & Ruf zur Buße

In der Predigt mit dem Titel “Warum gibt es keine Erweckung in Deutschland?” beleuchtet der Prediger eine drängende Frage, die viele Gläubige bewegt: Warum bleibt eine umfassende geistliche Erweckung in einem Land wie Deutschland aus, das zwar aktive Gemeinden besitzt, aber in vielerlei Hinsicht zu einem Missionsland geworden ist? Er erinnert an prägende Erweckungsbewegungen wie die Reformation, die ganze Nationen transformierten, und identifiziert vier zentrale Hindernisse, die einer solchen göttlichen Intervention heute entgegenstehen.

Die Sünde als Barriere für Erweckung

Als fundamentalstes Problem nennt der Prediger die Sünde, die eine Trennwand zwischen Gott und Mensch bildet. Er betont, dass Erweckung kein menschliches Werk ist, sondern ein Geschenk Gottes. Obwohl Gott bereit und fähig ist zu wirken, blockiert die Sünde seinen freien Fluss. Mit den Worten aus Jesaja 59,1-2 verdeutlicht er, dass nicht Gottes Hand zu kurz oder sein Ohr zu schwer ist, sondern die Missetaten der Menschen die Verbindung stören. Der Prediger kritisiert, wie Sünde heute oft verharmlost und als individuelle Freiheit oder harmloser Genuss dargestellt wird, obwohl sie laut 1. Johannes 3,4 Gesetzlosigkeit ist. Er listet eine Reihe verbreiteter Sünden auf, die in Deutschland als gesellschaftlicher Fortschritt missverstanden werden, darunter Abtreibung, Euthanasie, sexuelle Unmoral, Stolz, Gier und Materialismus. Der Ausweg aus dieser Misere ist die Buße – eine tiefgreifende Umkehr des Denkens und Handelns. Apostelgeschichte 3,19 verheißt, dass durch Buße „Zeiten der Erquickung vom Angesicht des Herrn“ kommen, die direkt mit einer Erweckung verbunden sind.

Eine lauwarme Kirche verhindert Erweckung

Ein weiteres kritisches Hindernis ist die lauwarme und kompromissbereite Haltung vieler Gemeinden. Der Prediger zitiert die eindringliche Warnung Jesu an die Gemeinde in Laodizea (Offenbarung 3,15-16): “Weil du aber lau bist und weder kalt noch heiß, werde ich dich ausspeien aus meinem Mund.” Er erklärt, dass Lauheit bedeutet, keine klare Haltung einzunehmen, den Zeitgeist anzunehmen und Kompromisse mit weltlichen Werten einzugehen, anstatt ein leidenschaftliches Bekenntnis zu Gott abzulegen. Viele Kirchen meiden unangenehme Themen wie Sünde, Hölle oder Gottes Gericht und predigen stattdessen ein „weiches Evangelium“ ohne echte Herausforderung. Dies führt dazu, dass die Kirche ihre Funktion als Licht und Salz der Welt verliert und somit keine Erweckung bewirken kann, da diese in der Kirche selbst beginnen muss. Die Predigt betont die dringende Notwendigkeit der Heiligkeit, wie es Hebräer 12,14 und 1. Petrus 1,15-16 fordern, um den Herrn zu sehen und ihm zu gleichen.

Der Mangel an Gebet: Der Motor der Erweckung

Der Prediger identifiziert den Mangel an Gebet als einen entscheidenden Faktor. Gebet sei der Motor der Erweckung, die Kraft, die Gottes Hand in Bewegung setzt. Er bezieht sich auf 2. Chronik 7,14, wo die Bedingungen für Gottes Eingreifen klar genannt werden: Demut, Gebet, das Suchen nach Gottes Angesicht und die Umkehr von bösen Wegen. Leider sei das Gebet in vielen Gemeinden oft oberflächlich und leidenschaftslos, anstatt von Verzweiflung und echtem Hunger nach Gott geprägt zu sein. Er erinnert an Jesu Wort, dass sein Haus ein Bethaus sein soll (Matthäus 21,13), und fordert dazu auf, das Vertrauen in die Macht des Gebets zu erneuern und kraftvoll, ausdauernd und spezifisch für eine Erweckung zu beten.

Die Furcht des Herrn als Grundlage für Erweckung

Als vierten Punkt benennt der Prediger den Mangel an der Furcht des Herrn. Er erklärt, dass diese Furcht keine Angst ist, sondern eine tiefe Ehrfurcht und Respekt vor Gottes Heiligkeit, Macht und seinem gerechten Gericht, die zu Gehorsam führt. Diese essentielle Ehrfurcht sei selbst unter Gläubigen weitgehend verloren gegangen, wodurch Gott oft als “Kumpel” statt als souveräner Herrscher behandelt wird. Sprüche 1,7 und 9,10 unterstreichen, dass die Furcht des Herrn der Anfang aller Erkenntnis und Weisheit ist. Das Fehlen dieser Ehrfurcht führt zu Ungehorsam und einer leichtfertigen Haltung gegenüber der Sünde. Eine Rückkehr zu dieser ehrfürchtigen Furcht ist unerlässlich, um eine echte Erweckung zu erleben.

Der Weg zur Erweckung: Buße und Hingabe

Zusammenfassend stellt der Prediger fest, dass Erweckung zwar ein Geschenk Gottes ist, aber Gott auf ein demütiges, bußfertiges und betendes Volk reagiert. Er ruft zu einer umfassenden Buße auf – individuell und gemeinschaftlich: Sünde erkennen, bekennen und sich davon abwenden; Lauheit und Kompromisse ablegen; sich zu inbrünstigem Gebet verpflichten und die Furcht des Herrn neu kultivieren. Die Predigt gipfelt in einem leidenschaftlichen Aufruf zu Gebet und Umkehr, damit eine Erweckung in Deutschland beginnen möge – zuerst in den Herzen der Gläubigen und dann in ihren Gemeinden.

Bibelstellen:

2. Chronik 7,14 | Sprüche 1,7 | Sprüche 9,10 | Jesaja 59,1-2 | Matthäus 21,13 | Apostelgeschichte 3,19 | Hebräer 12,14 | 1. Petrus 1,15-16 | 1. Johannes 3,4 | Offenbarung 3,15-16

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