Opfer sind nicht nur eine Frage von Geld oder materiellen Gaben. In der Predigt „Wie sehen unsere Opfer aus?“ zeigt Micha Lenze anhand von 3. Mose 22, was Gott bei unserem Dienst wirklich wichtig ist. Die alttestamentlichen Vorschriften für Priester und Opfer werden dabei nicht als bloße Regeln einer vergangenen Zeit betrachtet. Sie machen sichtbar, wie ein Dienst aussehen soll, der Gottes Namen ehrt: Er geschieht aus einer lebendigen Beziehung zu Gott, in Reinheit, mit Verantwortung für andere und mit einem ungeteilten Herzen.
Das Gesetz zeigt Gottes guten Willen
Zu Beginn ordnet die Predigt das mosaische Gesetz aus neutestamentlicher Sicht ein. Römer 7,6-13 macht deutlich, dass der glaubende Mensch vom Gesetz frei geworden ist und im neuen Wesen des Geistes dient. Das bedeutet jedoch nicht, dass Gottes Gesetz schlecht oder bedeutungslos wäre. Paulus nennt es heilig, gerecht und gut. Das Gesetz bringt die Sünde ans Licht: Wie ein Verbotsschild eine bereits vorhandene rebellische Haltung sichtbar machen kann, offenbart Gottes Gebot, was im menschlichen Herzen verborgen liegt.
Die Lösung besteht deshalb nicht darin, Gottes Maßstab zu beseitigen. Durch den stellvertretenden Tod Jesu und Gottes veränderndes Wirken wird vielmehr die rebellische Haltung des Menschen erneuert. So können Christen im Gesetz Gottes guten Willen erkennen und fragen, was er ihnen für ihr Leben und ihren Dienst zeigen möchte.
Dienst beginnt in der Gemeinschaft mit Gott
3. Mose 22 beginnt mit den Worten, dass der Herr zu Mose redete. Mose empfing Gottes Wort und gab es an Aaron und dessen Söhne weiter. Die Predigt verbindet diese Mittleraufgabe mit Jesus Christus und mit dem Bild aus Hebräer 3,1-6: Mose diente treu im Haus Gottes, Christus aber steht als Sohn über seinem Haus. Wer heute am Bau der Gemeinde mitarbeiten und anderen Menschen dienen möchte, kann dies nicht aus eigener Kraft tun. Er braucht einen offenen Zugang zu Gott und muss aus seiner Fülle schöpfen.
Mose pflegte die Gemeinschaft mit Gott. Auch Jesus suchte das Gebet und tat den Willen seines Vaters. Daraus folgt die persönliche Frage: Hören wir auf Gott, kennen wir ihn und lassen wir uns von ihm für unseren Dienst ausrüsten? Geistlicher Dienst beginnt nicht bei Aktivität, Begabung oder Leistung, sondern in einer gepflegten Beziehung zu Gott.
Opfer und Gaben verantwortungsvoll behandeln
Die Priester durften von den heiligen Gaben leben, die Israel Gott darbrachte. Diese Gaben gehörten Gott; deshalb sollten die Priester achtsam, sorgsam und ohne Missbrauch mit ihnen umgehen. Als warnendes Gegenbeispiel nennt die Predigt die Söhne Elis. Sie griffen eigenmächtig nach den Opfergaben und brachten dadurch Gottes Namen in Verruf. Das angekündigte Gericht über Elis Haus zeigt, wie ernst Gott den Umgang mit dem nimmt, was ihm geweiht ist.
Diese Verantwortung reicht in den Alltag hinein. Gesundheit, Arbeitskraft, Besitz, Zeit und Fähigkeiten sind Gaben Gottes. Wir dürfen sie genießen und für unser Leben verwenden, sollen sie aber weder verschwenden noch eigennützig missbrauchen. Jakobus 4,3 warnt vor Bitten, die nur der Befriedigung eigener Begierden dienen. Die Predigt ruft deshalb zu Sorgfalt und Genügsamkeit auf. Unser Umgang mit Gottes Gaben soll seinem Namen entsprechen und ihn vor anderen Menschen nicht unglaubwürdig erscheinen lassen.
Der wiederkehrende Satz „Ich bin der HERR“ verweist auf Gottes unveränderliches Wesen. In 2. Mose 3,13-14 offenbart Gott sich Mose als der, der ist und sein wird. In einer Welt, in der vieles keinen Bestand hat, bleibt Gott derselbe. Darum behalten auch die geistlichen Grundsätze seines Wortes ihre Bedeutung.
Reinheit vor dem Dienst
Die in 3. Mose 22 genannten Unreinheiten waren Bilder dafür, dass Sünde den Dienst für Gott beeinträchtigt. Nicht jede Berührung mit Unreinem ließ sich im Alltag vermeiden. Entscheidend war jedoch, dass ein Priester nicht im unreinen Zustand an das Heilige herantrat. Ebenso werden Christen im Alltag mit sündigen Gedanken und Verhaltensweisen konfrontiert. Diese Verunreinigung soll nicht verborgen oder gleichgültig hingenommen, sondern vor Gott gebracht werden.
Die Fußwaschung in Johannes 13,3-10 verdeutlicht diesen Gedanken. Wer gebadet ist, braucht nicht erneut vollständig gewaschen zu werden, doch der Schmutz des Weges muss entfernt werden. Die Predigt unterscheidet entsprechend zwischen der grundsätzlichen Errettung und der täglich nötigen Reinigung. Jesus reinigt den Glaubenden und stellt die Gemeinschaft mit ihm wieder her. Wer dienen möchte, soll deshalb ehrlich zu Gott kommen und sich von ihm reinigen lassen.
Zugerüstet für den eigenen Verantwortungsbereich
Die Angehörigen des Priesterhauses wurden durch die heiligen Gaben mitversorgt. Darin erkennt die Predigt einen Verantwortungs- und Wirkungskreis. Gott gibt leibliche und geistliche Gaben nicht nur für den eigenen Bedarf. Sie sollen auch den Menschen zugutekommen, die er uns anvertraut hat. Das betrifft insbesondere die Familie, kann aber ebenso Menschen einschließen, die auf Unterstützung und geistliche Zurüstung angewiesen sind.
Gleichzeitig ist Weisheit nötig. Matthäus 7,6 warnt davor, das Heilige achtlos dort hinzugeben, wo keinerlei Bereitschaft besteht, seinen Wert zu erkennen. Damit ist keine Lieblosigkeit gemeint. Die Predigt mahnt vielmehr, Menschen nicht mit geistlichen Wahrheiten unter Druck zu setzen. Wir dürfen ansprechbar sein und Antworten geben, sollen unsere Kraft aber besonders in diejenigen investieren, die Gott tatsächlich in unseren Verantwortungsbereich stellt.
Auch Ehe und Familie werden als Bereich geistlicher Verantwortung angesprochen. Christliche Eheleute sollen einander nicht nur äußerlich versorgen, sondern geistlich stärken und erbauen. Besonders Männer werden daran erinnert, ihre Frauen verantwortlich zu führen und ihnen in der Nachfolge Christi zu dienen.
Gott nicht die Reste geben
Der letzte Schwerpunkt führt zum eigentlichen Opfer. Nach 3. Mose 22 sollte ein Opfertier ohne Gebrechen sein, damit es Gott wohlgefällig angenommen wurde. Maleachi 1,6-10 zeigt später, wie die Priester diesen Anspruch missachteten. Sie brachten blinde, lahme und kranke Tiere dar – Gaben, die sie nicht einmal einem menschlichen Statthalter angeboten hätten. Gott erklärt einen solchen nachlässigen Dienst ausdrücklich für unannehmbar.
Heute können Opfer aus Geld, Zeit, Besitz, Kraft, Selbstbestimmung oder dem Zurückstellen des eigenen Egos bestehen. Entscheidend ist nicht allein, was wir geben, sondern wie wir es geben. Gott soll nicht nur das bekommen, was ohnehin übrig ist oder nicht mehr gebraucht wird. Die Predigt veranschaulicht dies mit einem einfachen Beispiel: Wenn die Gemeinde etwas benötigt, ist ein alter, kaum noch brauchbarer Gegenstand nicht automatisch ein Gott wohlgefälliges Opfer. Die entscheidende Frage lautet, ob wir Gott wirklich das Beste geben, das uns möglich ist.
Ein Gott wohlgefälliger Dienst geschieht deshalb nicht nachlässig oder halbherzig. Er wächst aus der Gemeinschaft mit Gott, wird in Reinheit getan, dient der Zurüstung anderer und kommt aus einem ungeteilten Herzen. So fordert die Predigt jeden Hörer heraus, die eigenen Opfer ehrlich zu prüfen: Geben wir Gott nur unsere Reste – oder dienen wir ihm mit dem Besten, das er uns selbst anvertraut hat?
Bibelstellen
3. Mose 21,1-24 | 1. Korinther 13,1-13 | Römer 7,6-13 | 3. Mose 22,1-21 | Markus 1,35 | Johannes 4,34 | Hebräer 3,1-6 | 2. Mose 33,11 | 1. Samuel 2,12-16 | 1. Samuel 4,17-18 | Jakobus 4,3 | 2. Mose 3,13-14 | Jeremia 2,23 | Johannes 13,3-10 | 1. Korinther 9,13-14 | Matthäus 7,6 | Maleachi 1,6-10
Thementage
Wir veranstalten ein bis zweimal im Jahr unsere Thementage bei dem jeweils zwei Brüder an einem Sonntag zu einem bestimmten Thema eine Kurzpredigt halten.
13 PredigtenFrauenfrühstück
Die Frauen unserer Gemeinde treffen sich alle paar Monate zu einem gemeinsamen Frühstück mit einem besonderen Vortrag im Anschluss.
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