In der Predigt „Konsequent sein in der Nachfolge“ beginnt Prediger Andreas Scharf mit der Feststellung, dass viele Christen in ihrem Glauben Inkonsequenz zeigen. Er beschreibt das Phänomen des „Sonntagschristen“, der zwar am Sonntag geistlich ist, im Alltag jedoch Schwierigkeiten hat, seinen Glauben konsequent zu leben. Diese Inkonsequenz ist ein ernstes Problem, denn die Nachfolge Jesu Christi ist kein teilzeitliches, sondern ein umfassendes und beständiges Engagement, das das gesamte Leben prägt.
Die biblische Definition von Nachfolge
Die Grundlegenden Forderungen der Nachfolge
Andreas Scharf führt direkt in die biblische Definition der Nachfolge ein und zitiert zentrale Schriftstellen. So verweist er auf Matthäus 16,24, wo Jesus sagt: „Wenn mir jemand nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ Ergänzt wird dies durch Lukas 9,23, der das Element des Täglichen hinzufügt: „Wenn jemand mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz täglich auf sich und folge mir nach.“ Der Prediger betont, dass es sich hierbei nicht um ein einmaliges Ereignis, sondern um eine fortwährende Haltung der Selbstverleugnung und des Gehorsams handelt, die die Bereitschaft zum Tragen von Leid und Opfern für Christus symbolisiert.
Die Radikalität der Hingabe in der Nachfolge
Die Radikalität der Nachfolge wird durch Jesu Worte aus Lukas 14,26-27 unterstrichen: „Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und seine Mutter und seine Frau und Kinder und Brüder und Schwestern, dazu auch sein eigenes Leben, der kann nicht mein Jünger sein. Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein.“ Dies wird durch Lukas 14,33 ergänzt: „So kann auch keiner von euch mein Jünger sein, der nicht allem entsagt, was er hat.“ Andreas Scharf erklärt, dass „hassen“ hier als „weniger lieben“ oder „an zweiter Stelle sehen“ zu verstehen ist. Es geht um die absolute Priorität Jesu über alle Bindungen und den eigenen Besitz – wahre Nachfolge erfordert totale Hingabe.
Disziplin und Ausdauer: Wesentliche Elemente der Nachfolge
Das Vorbild des Athleten für Christen
Zur Veranschaulichung der Notwendigkeit von Disziplin und Ausdauer zieht Andreas Scharf die Metapher des Athleten heran. Er verweist auf 1. Korinther 9,24-27, wo Paulus von Läufern spricht, die diszipliniert trainieren. Dies wird auf den geistlichen Wettlauf des Christen übertragen, der langfristige Konsequenz erfordert, nicht nur kurzfristigen Enthusiasmus.
Den Blick auf das Ziel gerichtet halten
Diese zielgerichtete Haltung wird durch Philipper 3,13-14 bekräftigt: „Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was vorn ist, und jage dem Ziel nach…“ Ein Christ darf nicht in der Vergangenheit verharren, sondern muss stets dem Ziel der himmlischen Berufung nachjagen. Auch Hebräer 12,1-2 mahnt, alle Lasten und Sünden abzulegen und den Wettlauf mit Ausdauer zu bestehen, indem wir auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, blicken.
Der schmale Weg der Nachfolge
Der Weg der Nachfolge ist kein einfacher Massenweg. Andreas Scharf zitiert Matthäus 7,13-14, um zu verdeutlichen, dass konsequente Nachfolge eine bewusste Entscheidung für einen anspruchsvollen, aber lebensspendenden Weg ist, der von der Mehrheit nicht gewählt wird und Entschlossenheit erfordert.
Handeln statt nur Hören: Die Bedeutung der Taten
Glaube ohne Werke ist tot
Ein zentraler Aspekt der Konsequenz ist nicht nur das Bekenntnis, sondern die Tat. Andreas Scharf warnt eindringlich vor einem lippenbekenntlichen Glauben, indem er Matthäus 7,21-23 zitiert: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut…“ Dies ist eine beängstigende Warnung, die die essentielle Bedeutung des *Tuns* des Willens Gottes unterstreicht. Jakobus 1,22 verstärkt dies: „Seid aber Täter des Wortes und nicht nur Hörer…“ Der Prediger macht klar, dass bloßes Hören nicht ausreicht; entscheidend ist die Umsetzung im Alltag, wie auch das Gleichnis vom weisen und törichten Baumeister aus Lukas 6,46-49 zeigt.
Die Quelle der Kraft: Bleiben in Christus
Die Kraft zur Konsequenz liegt im Bleiben in Christus. Andreas Scharf zitiert Johannes 15,4-5: „Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt.“ Menschliche Anstrengungen allein genügen nicht; die Fähigkeit, konsequent zu sein und Frucht zu bringen, kommt aus der lebendigen Verbindung mit Jesus.
Gefahren der Inkonsequenz: Warnungen und Konsequenzen
Andreas Scharf warnt eindringlich vor den Konsequenzen der Inkonsequenz und Lauheit. Er erinnert an das Gleichnis von den zehn Jungfrauen aus Matthäus 25,1-13 als Bild für die Unvorbereitetheit, die zum Ausschluss von der himmlischen Hochzeitsfeier führen kann. Noch drastischer ist die Warnung aus Offenbarung 3,15-16 an die Gemeinde in Laodizea: „Weil du aber lau bist und weder kalt noch heiß, werde ich dich ausspeien aus meinem Mund.“ Gott duldet keine Lauheit; er wünscht sich ein klares Ja oder Nein.
Ruf zur Heiligkeit und Gottes Unterstützung
Ein Leben in Heiligkeit
Die Forderung nach Konsequenz ist untrennbar mit dem Ruf zur Heiligkeit verbunden. Andreas Scharf zitiert 1. Petrus 1,15-16: „Seid auch ihr heilig in allem Wandel; denn es steht geschrieben: »Seid heilig, denn ich bin heilig!«“ Unsere Konsequenz muss sich in einem heiligen Lebenswandel manifestieren, der Gottes Charakter widerspiegelt.
Gottes Wirken in uns für die Nachfolge
Schließlich betont der Prediger, dass die Konsequenz nicht allein unsere Anstrengung ist, sondern Gott uns dabei unterstützt. Er verweist auf Psalm 37,23: „Der HERR festigt die Schritte des Mannes, wenn er Wohlgefallen hat an seinem Weg.“ Und in Philipper 2,12-13 heißt es: „Denn Gott ist es, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.“ Unsere Konsequenz ist also eine Zusammenarbeit mit dem Heiligen Geist.
Fazit: Die Echtheit der Nachfolge
Als abschließenden Prüfstein für die Echtheit des Glaubens und der Nachfolge zitiert Andreas Scharf 1. Johannes 2,3-6: „Und daran erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben, wenn wir seine Gebote halten.“ Wahre Kenntnis Gottes zeigt sich in Gehorsam, und wer beansprucht, in Jesus zu bleiben, muss auch so wandeln, wie Jesus gewandelt ist. Der Prediger schließt mit einem Aufruf zur Selbstprüfung und zur Erneuerung des Engagements, da Gott ein ganzes, konsequentes Herz sucht, das bereit ist, Ihm in allen Bereichen des Lebens zu folgen.
Bibelstellen:
Psalm 37,23 | Matthäus 7,13-14 | Matthäus 7,21-23 | Matthäus 16,24 | Matthäus 25,1-13 | Lukas 6,46-49 | Lukas 9,23 | Lukas 14,26-27 | Lukas 14,33 | Johannes 15,4-5 | 1. Korinther 9,24-27 | Philipper 2,12-13 | Philipper 3,13-14 | Hebräer 12,1-2 | Jakobus 1,22 | 1. Petrus 1,15-16 | 1. Johannes 2,3-6 | Offenbarung 3,15-16
Thementage
Wir veranstalten ein bis zweimal im Jahr unsere Thementage bei dem jeweils zwei Brüder an einem Sonntag zu einem bestimmten Thema eine Kurzpredigt halten.
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Die Frauen unserer Gemeinde treffen sich alle paar Monate zu einem gemeinsamen Frühstück mit einem besonderen Vortrag im Anschluss.
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