In der Predigt mit dem Titel „Dienen im Leid“ beleuchtet Prediger Micha Lenze eine oft als paradox empfundene Realität im Leben eines Gläubigen: die Fähigkeit und Berufung, Gott und dem Nächsten gerade auch in Zeiten des Leidens zu dienen. Micha Lenze hinterfragt die Annahme, dass Dienst nur in Zeiten der Stärke und des Wohlbefindens möglich sei und betont, dass Leid ein unvermeidlicher Bestandteil des menschlichen Lebens ist, auch und gerade für Christen. Er zeigt auf, wie Gott uns selbst in diesen dunklen Stunden zu einem sinnvollen Dienst berufen hat.
Als zentrale Bibelstelle für seine Ausführungen wählt Micha Lenze den Apostel Paulus in Philipper 2, 17-18. Paulus betrachtet dort sein Leiden, obwohl er in Ketten liegt und seinen Tod vor Augen hat, nicht als Hindernis, sondern als Teil seines Dienstes. Sein Leid wird zu einem „Trankopfer“, das auf den „Opfer und Gottesdienst“ des Glaubens der Philipper ausgegossen wird – eine Metapher für tiefe Hingabe und übernatürliche Freude im Angesicht der Not.
1. Leid ist eine unvermeidliche Realität im Leben des Gläubigen
Micha Lenze macht unmissverständlich klar, dass Leid kein Zufall oder eine Strafe Gottes für Gläubige ist, sondern ein fester Bestandteil des Lebens in einer gefallenen Welt. Er zitiert Johannes 16, 33 („In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“) und verweist auf 1. Petrus 4, 12, um zu unterstreichen, dass Leid für Christen eine erwartbare Prüfung ist. Laut Micha Lenze dient Leid der Läuterung und Reifung des Glaubens, wie es in Jakobus 1, 2-4 beschrieben wird. Diese Einsicht bildet das theologische Fundament, um das Leid in seiner geistlichen Bedeutung zu verstehen und anzunehmen.
2. Gottes Ruf zum Dienst, auch im Leid
Der Kern von Micha Lenzes Botschaft ist klar: Unsere Fähigkeit zu dienen ist nicht an physische Stärke oder äußere Umstände gebunden. Gott ruft uns nicht nur dann zum Dienst, wenn wir stark, gesund und erfolgreich sind, sondern gerade auch dann, wenn wir schwach, krank oder in Not sind. Das Beispiel des Apostels Paulus, der aus der Gefangenschaft heraus wegweisende Briefe schrieb (z.B. den Philipperbrief), ist hier zentral. Sein Leid wurde nicht zum Ende, sondern zur Quelle und zum Beweis seines Dienstes. Micha Lenze hebt hervor, wie Paulus in Philipper 1, 12-14 bezeugt, dass seine Gefangenschaft zur Förderung des Evangeliums und zur Ermutigung anderer Gläubiger führte. Auch in Zeiten tiefer Trauer oder Krankheit können Gläubige durch ihr Zeugnis und ihre Haltung einen mächtigen Dienst leisten.
3. Praktische Wege zum Dienst im Leid
Micha Lenze bietet konkrete Anleitungen und ermutigende Beispiele, wie der Dienst im Leid aussehen kann:
a) Durch Gebet
Selbst wenn körperliche Kraft fehlt oder man ans Bett gebunden ist, bleibt das Gebet eine mächtige Form des Dienstes. Micha Lenze erinnert daran, dass auch Paulus im Gefängnis nicht nur für sich betete, sondern die Gemeinden zum Gebet für ihn und seinen Dienst aufrief (Kolosser 4, 2-4).
b) Durch Zeugnis und Ermutigung
Unser Ausharren im Leid kann ein kraftvolles Zeugnis für Gottes Gnade und Treue sein. Wenn andere sehen, wie wir trotz Schwierigkeiten an unserem Glauben festhalten, kann dies sie ermutigen. Micha Lenze zitiert 2. Korinther 1, 3-4: Unsere eigene Erfahrung des Trostes Gottes befähigt uns, andere zu trösten.
c) Durch unsere Haltung
Eine dankbare, vertrauensvolle Haltung inmitten des Leidens ehrt Gott zutiefst. Statt zu klagen, können wir uns für die kleinen Dinge bedanken und auf Gottes Souveränität vertrauen. Micha Lenze verweist auf die biblische Ermahnung aus Philipper 4, 6-7.
d) Durch die Annahme der Hilfe anderer
Micha Lenze betont, dass es auch ein Dienst sein kann, andere uns dienen zu lassen. Dies erfordert Demut, gibt aber dem Helfenden die Möglichkeit, Christi Liebe praktisch auszudrücken und damit ebenfalls zu dienen (Römer 15, 1-2).
e) Durch treue Erfüllung noch möglicher Aufgaben
Auch wenn unsere Möglichkeiten eingeschränkt sind, können wir die kleinen Aufgaben, die uns noch möglich sind, treu erfüllen – sei es, ein guter Ehepartner zu sein oder ein offenes Ohr zu haben.
f) Durch das Beispiel Christi
Das ultimative Vorbild für Dienst im Leid ist Jesus Christus selbst. Er litt in unvorstellbarem Maße und diente bis zum bitteren Ende am Kreuz. Micha Lenze verweist auf Hebräer 12, 2-3: Christi Leiden war der Höhepunkt seines Dienstes und ermöglichte unsere Erlösung.
4. Motivation und der ewige Lohn
Micha Lenze schließt seine Ausführungen mit der Betonung der Motivation und des ewigen Lohns für den Dienst im Leid. Die Hauptmotivation sollte die Ehre Gottes sein. Leid ist temporär, aber der Lohn ist ewig. Er erinnert an Römer 8, 18 und 2. Korinther 4, 16-18, die betonen, dass unsere zeitliche Trübsal eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit schafft. Leid formt uns, macht uns Christus ähnlicher und bereitet uns auf eine ewige Herrlichkeit vor. Es ist ein Privileg, Gott auch in der Schwachheit dienen zu dürfen.
Zusammenfassend ruft Micha Lenze dazu auf, Leid nicht als eine Pause vom Dienst oder als eine Strafe zu betrachten, sondern als eine einzigartige Gelegenheit, Gott zu ehren und anderen zu dienen. Er ermutigt die Zuhörer, Gottes souveränen Plan auch im Leid zu erkennen und sich seiner Gnade und Kraft anzuvertrauen, um in jeder Lebenslage ein Zeugnis seiner Liebe zu sein.
Bibelstellen:
Johannes 16, 33 | Römer 8, 18 | Römer 15, 1-2 | 2. Korinther 1, 3-4 | 2. Korinther 4, 16-18 | Philipper 1, 12-14 | Philipper 2, 17-18 | Philipper 4, 6-7 | Kolosser 4, 2-4 | Hebräer 12, 2-3 | Jakobus 1, 2-4 | 1. Petrus 4, 12
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