Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig! Lukas 18,13

Gott hat eine Lösung für unsere Sünde, die die Todesstrafe von unserer Seele nehmen und uns verändern kann; durch sie werden wir für den Himmel passend gemacht. Seine Lösung kann uns zu einer engen Freundschaftsbeziehung mit Ihm zurückführen. Vorher verlangt Gott jedoch, dass wir Ihm unsere Schuld bekennen. Dieses Eingeständnis ist mehr als die Zustimmung, dass jeder Mensch sündigt. Jeder Einzelne von uns muss bekennen: »Herr, ich bin ein Sünder.«
Ein einfaches Nachsprechen der Worte oder die Ausübung eines Rituals wie zum Beispiel das Empfangen der Sakramente reicht nicht aus. In der Messe sagen Sie beispielsweise während des Abendmahlritus’ mit dem Priester: »Herr, ich bin nicht würdig, Dich zu empfangen, aber sprich nur ein Wort und ich bin geheilt.« Das sind zwar gute Worte, aber sehen Sie sich tatsächlich als unwürdigen Sünder?
Viele von uns ähneln Mary, einer ka-tholischen Frau, die ich traf, als sie aus der Messe kam. Ich fragte sie, welche Antwort sie Gott auf ihre Sünden geben würde, wenn sie im Endgericht steht. Mary erwiderte: »Ich bin nicht sicher, ob das, was ich in der Vergangenheit getan habe, mich jemals mit Gott versöhnen könnte. Aber es gibt auch keine schrecklichen Dinge, die ich getan habe. Ich bin kein Mörder oder so etwas Ähnliches.«
Das ist die Weise, in der die religiösen Menschen zur Zeit Jesu über ihre Sünden dachten. Sie wussten, dass sie gesündigt hatten, doch sie erkannten sich nicht als schlechte Menschen. Sie waren keine Ehebrecher oder Mörder. Sie dachten, dass es nichts »Schreckliches« in ihrem Leben gab, keine schwerwiegende Sünde oder etwas Ähnliches.
Jesus sagte ihnen etwas anderes. Er sag-te, dass, wenn ein Mann eine Frau begierdevoll anschaut, er »schon Ehebruch mit ihr begangen hat in seinem Herzen« (Mt 5,28). Er sagte, dass jeder, der einen anderen Menschen im Zorn Narr nennt, »der Hölle des Feuers verfallen sein wird« (Mt 5,22). Die Bibel sagt: »Da ist kein Gerechter, auch nicht einer« (Röm 3,10), und »alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes« (Röm 3,23).
Genauso wie in den Tagen Jesu können wir uns selbst betrügen, indem wir mei-nen, dass wir gute und »religiöse« Men-schen sind. Nur zu leicht handeln wir wie der Pharisäer in dem Gleichnis, der hinauf in den Tempel ging und betete: »Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die übrigen der Menschen: Räuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner« (Lk 18,11). Der Pharisäer verwies auf einen »wirklichen« Sünder, der neben ihm stand. Dieser andere Mann, ein Jude, der an seinen eigenen Volksgenossen Verrat übte, indem er als Zöllner für die Römer arbeitete, war aufgrund seiner Sünden untröstlich. Beschämt vor Gott konnte er nicht einmal zum Himmel aufschauen. Er schlug an seine Brust und sagte: »Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig!« (Lk 18,13).
Jesus sagte über den Zöllner: »Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus im Gegensatz zu jenem; denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; wer aber sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden« (Lk 18,14).
Wie steht es mit Ihnen? Sind Sie ein schuldiger Sünder? Sind Sie bereit, sich vor Gott zu demütigen und von Herzen zu sagen: »Herr, sei mir gnädig; ich bin ein Sünder«? Wenn das so ist, ist Gott bereit, Ihnen zu helfen.